ASHTAR Theatre aus Ramallah

ASHTAR Theatre aus Ramallah

Theater aus Palästina          
18./19.April 2016

Szenische Lesung / Werkstatt / Diskussion
mit dem ASHTAR THEATRE aus Ramallah

Das Ashtar Theatre gastiert in Berlin.
Im Theater Expedition Metropolis lädt es mit szenischer Lesung, Werkstatt und Diskussion ein zur Auseinandersetzung über verschiedene Formen und Wege, auf denen das Theater sich engagiert und für gesellschaftlichen Wandel eintritt.

MONTAG, 18. APRIL // 19 Uhr

THE SYRIAN MOMOLOGUES
szenische Lesung mit anschließender Diskussion
(arabisch mit deutscher Übersetzung).
„The Syrian Monologues“ entstand durch die Arbeit des ASHTAR Theatres in syrischen Flüchtlingscamps in Jordanien.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe 'Gezi-Abende - Polyphonien des Widerspruchs’.

Eintritt 4 bis 10€ auf Spendenbasis.
Anmeldung unter: veranstaltung@expedition-metropolis.de

DIENSTAG, 19. APRIL // 15 bis 19 Uhr

"THEATRE THE VOICE OF THE UNHEARD"
Lecture-Workshop über ‚Kunst und sozialen Wandel‘ in Belagerungszuständen und über Methoden des ‘Theaters der Unterdrückten’.

Teilnahmegebühr auf Spendenbasis.
Anmeldung für interessierte Akteure, Theatermacher und
Praktiker unter: veranstaltung@expedition-metropolis.de

Mehr als die Hälfte der palästinensischen Bevölkerung in der West Bank (ca. 2.5 Mill.) ist unter 19 Jahre alt. Die Besatzung, die militärische Unterdrückung, wie auch die sonstigen politischen und wirtschaftlichen Pressionen haben tiefe und negative Einflüsse auf das Alltagsleben und auch auf das Familienleben. Theater kann hier ein wirksames Mittel sein für die Nöte der Kinder und Jugendlichen. „In einem Land, in dem die Menschen täglich unter völkerrechtswidrigen Besatzungsmaßnahmen leiden, bleibt dem einzelnen nur über das Theater die Möglichkeit, seinen Willen, sein Freiheits- und UnabhaÅNngigkeitsbedürfnis zum Ausdruck zu bringen. Nur ein freier Mensch kann ein unabhängiges Land aufbauen“, sagt Iman Aoun, die künstlerische Leiterin des ASHTAR Theatre.
Theater hat mit Selbstbestimmung zu tun. Es ist eine Grundlage, um auszudrücken, wer man ist und zu kommunizieren, wer man sein möchte. Es ist der Platz, wo wir bestimmen, wer wir sind, wenn wir uns selbst definieren und nicht durch andere definiert werden. Außerdem ist Kultur auch eine wichtige Brücke zwischen Palästina und dem Rest der Welt. Anderen zu begegnen ist immer auch wichtig, um sich selbst verstehen zu können. Dieser Außenkontakt ist wichtig, um über die eigene Kultur nachzudenken, Kontakte zu knüpfen und Kooperationen zu verabreden. Dieser Kontakt bietet auch die Chance, Botschafter der eigenen Kultur sein zu können.

The Syrian Monologues / The New Gaza Monologues

(arabisch mit deutscher Übersetzung)
2010 entstand das Projekt „The Gaza Monologues“. Unterstützt durch UNICEF und weitere Theatergruppen begann das ASHTAR Theatre mit Kindern und Jugendlichen in der Gaza-Region zusammenzuarbeiten. Sie unterrichteten sie in Schauspiel und kreativem Schreiben. Es entstanden 31 Monologe der Kinder und Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren. Sie erzählten von ihren Erfahrungen und Ängsten während des Krieges. Dabei fand jeder seine ganz eigene Sprache. Da die jugendlichen Autoren Gaza nicht verlassen durften, wurden diese Monologe parallel weltweit in 49 Ländern von jungen Theatergruppen inszeniert und aufgeführt. Im November 2010 wurden die Monologe von Jugendlichen aus 18 verschiedenen Ländern in New York vor der UN Vollversammlung
aufgeführt.
Seit September 2015 hat das ASHTAR Theatre neue Monologe mit jungen Menschen über ihre heutigen Erfahrungen im Gaza geschrieben, die jetzt erstmals in Deutschland aufgeführt werden.
„The Syrian Monologues“ entstand durch die Arbeit des ASHTAR Theatres in syrischen Flüchtlingscamps in Jordanien.

„Theatre of the Oppressed“ und Theaterarbeit in Flüchtlingscamps

Das ASHTAR Theatre, 1991 in Jerusalem gegründet, spielt seit 1995 in Ramallah experimentelles Theater und führt theaterpädagogische Fortbildungen durch. Es ist im Nahen Osten das führende Theater, das Augusto Boals Buch über Theater der Unterdrückten ins Arabische übersetzt hat und die Methode praktiziert. Boal sagte: „Ich verachte autoritäres Theater und mache Theater der Unterdrückten, Theater nicht als Evangelium, nicht als Propaganda, nicht als etwas Unumstößliches. Alle sollen gemeinsam lernen, Zuschauer und Schauspieler, keiner ist mehr als der andere, keiner weiss es besser als der andere: gemeinsam lernen, entdecken, erfinden, entscheiden.“ Das Theater der Unterdrückten will ein Theater der Befreiung sein. Es vermittelt nicht nur Informationen
über die konkrete Situation, sondern ermöglicht zugleich „eingreifendes Handeln“ der ZuschauerInnen, macht aus ihnen „co-actors“.
Theatrale Veranschaulichung von Konflikten und die Erprobung von Lösungsansätzen im Agieren und Sprechen machen dieses Forumtheater zu einer geeigneten Theaterform für politisch-pädagogische Lernprozesse. In diesem Workshop wird den Teilnehmern diese Methode vermittelt. Das Team des ASHTAR Theatre wird in diesem Workshop vorstellen, wie es in Flüchtlingscamps in Jordanien arbeitet und welche Erfahrungen es dort macht. Die Arbeitssprache in den Workshops ist Englisch, zusätzlich Übersetzung Arabisch-Deutsch. Eingeladen sind auch Theaterpädagogen, die mit Flüchtlingen arbeiten wollen. Neben deutschen Interessierten können auch Flüchtlinge, besonders aus Syrien an diesen Workshops teilnehmen.

Förderer und Kooperationen: