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LeseGlück präsentiert: Postwendekinder

Die deutsche Wiedervereinigung jährte sich zuletzt zum 35. Mal. Bald wird die Wende älter sein, als die DDR je wurde. Und trotzdem gibt es diese imaginäre Grenze zwischen Ost und West, die sogar die nach der Wende geborene Generation spürt. Sie macht sich nicht nur in sozialen und kulturellen Unterschieden bemerkbar, sondern auch in Bezug auf Einkommen, Vermögen und Jobchancen. Die Beschäftigung mit diesen anhaltenden Differenzen ist für junge Menschen mit Osthintergrund mit vielen Fragen verbunden: Welche Spuren haben die DDR und die deutsch-deutsche Teilung hinterlassen? Behindert eine ostdeutsche Identität den Wiedervereinigungsprozess oder ist sie eine legitime deutsche Teilidentität? Wie gehen wir mit dem Wahlverhalten in Ostdeutschland um? Sollen wir bleiben oder gehen? In Postwendekinder erheben diese jungen Menschen ihre Stimme und rechnen mit eindimensionalen Bildern wie dem des Jammerossis oder Neonazis ab. Gleichzeitig grenzen sie sich von “Ostalgie” und rassistischen Ideologien ab und eröffnen stattdessen vielfältige, differenzierte Sichtweisen auf den ‘Osten’. 34 Autor*innen und Künstler*innen nehmen die Lesenden in Form von persönlichen Erzählungen, Essays und visuellen Beiträgen auf eine vielschichtige Perspektivreise mit. Sie erkunden ihre (post-)sozialistische Prägung und die Ambivalenzen ihres Ostdeutsch-Seins, thematisieren die bis heute sichtbaren strukturellen Brüche, die mit dem Beitritt der DDR zur BRD einhergingen, hinterfragen die recht(sextrem)en Tendenzen in Ostdeutschland und suchen nach einer solidarischen und gleichberechtigten deutsch-deutschen Zukunft. Postwendekinder schafft einen Raum der Reflexion und Diskussion, der Brücken zwischen Ost und West schlägt.

Einlass am 28.05.2026 ab 19:00 Uhr, Beginn 19:30 Uhr.

Eintritt: 10 €, 8 € ermäßigt

Zu den Herausgeberinnen:

Alma-Emilia Jahn ist 1999 in Erfurt geboren und aufgewachsen und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt. Sie studierte Soziale Arbeit in Darmstadt sowie Kultur, Ästhetik und Medien in Düsseldorf und ist als Künstlerin und Sozial- und Kulturpädagogin tätig. Im wissenschaftlichen Kontext beschäftigte sie sich mit dem kulturellen Erinnerungsgedächtnis von Menschen mit Ostbiografie. 

Marlene Mähler ist 1999 in (Ost)Berlin geboren und aufgewachsen. Sie studierte Anthropologie und Gender Studies (BA) in Berlin und Athen und absolviert derzeit ein Masterstudium der Bildungswissenschaften in Jena. In ihrer Arbeit als Bildungsreferentin verbindet sie wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Bildungsarbeit und gestaltet Workshops zu gesellschaftlicher Teilhabe rund um den Themenkomplex Ostdeutschland. 

Angelique Pershon ist 1998 in Lübeck geboren und in Nord-West-Mecklenburg aufgewachsen. Sie hat Psychologie in Lübeck, San Marcos (USA) und Leuven (Belgien) studiert und praktische Erfahrungen ebendort sowie in Bukarest, Frankfurt am Main und Bad Kissingen gesammelt. Zuletzt hat sie sich in akademischen Forschungsprojekten mit Geteilten Führungsmodellen, Team Performance und Emotionsausdruck in natürlicher Sprachverarbeitung (NLP) beschäftigt. Sie steht kurz vor ihrem Masterabschluss und ist ehrenamtlich in einem Zukunfts-Think-Tank tätig.

v.l.n.r. Marlene Mähler, Angelique Pershon, Alma-Emilia Jahn

© Judith Mähler


Die Kleine KunstHalle, der Aufführungsraum, ist über eine Rampe zugänglich. Bitte kontaktieren Sie uns, falls Ihrem Besuch Barrieren im Wege stehen über veranstaltung@expedition-metropolis.de oder unter 030 47 98 01 52. Wir werden unser Bestes geben, Ihnen einen Besuch zu ermöglichen. ++++ The Kleine KunstHalle, the theater, where the event takes place, can be accessed via an outdoor ramp. Should you encounter any barriers to your visit, please do not hesitate to contact us at veranstaltung@expedition-metropolis.de or by phone at +49 30 47 98 01 52. We will do our best to make your visit possible.