COAST - Community Oriented Arts And Social Transformation

COAST - Community Oriented Arts And Social Transformation

COAST heißt ein internationales Kooperationsprojekt, das vier Partner aus vier europäischen Städten verbindet: Neben dem Berliner Expedition Metropolis Theater sind dies das ACTA Community Theatre aus Bristol (UK), das Rotterdamer Wijktheater (Niederlande) und die Artistic Association Grodzki Theatre aus Bielsko-Biala (Polen).

Das über einen Zeitraum von zwei Jahren laufende Projekt des Theater-Netzwerks wird von dem EU-Förderkulturprogramm unterstützt und erforscht bis zum Frühjahr 2013 Ansätze und Methoden des Community Theaters auf deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. In diesem Kontext erarbeitete jeder Partner eine Theaterproduktion zum Thema ‚Migration und Grenzüberschreitung‘. ExMe produzierte das Stück "Zwischenstation" und nahm damit an dem International Festival of Community Theatre in Bristol teil.

Zum Ende des COAST-Projektes wird ein Schrankkoffer mit Materialien aus den COAST-Laboren auf die Reise in die Partnerstädte gehen. Eine DVD und ein Buch zu den Erfahrungen der Partner sollen nachvollziehbar machen, wie divers und spannend das zeitgenössische Community Theater ist.

ExMe stellt bei seinen Theater-Produktionen und -Expeditionen thematisch geleitete gemeinsame Recherchen und die Entdeckung neuer Lernräume in den Vordergrund. Eine besondere Zielgruppe steht nicht im Fokus, jeder ist willkommen. Der Begriff ‚Crossing Borders‘ vermittelt das ExMe auszeichnende Theaterverständnis: im Kern geht es darum unbekannte und schwer zugängliche Grenzbereiche zwischen Kunst, Kultur, Bildung, sozial-politischem Engagement neu auszuloten, um Antworten auf wichtige Fragestellungen zu finden: Wie lassen sich Themen und Lernräume auch solchen Menschen öffnen, die geringe oder andere Zugänge dazu haben? Wie können sich zum Beispiel Jugendliche auch antiken Stoffen wie Antigone heute annähern? Welche Ausdrucksformen bieten mehr Inklusion und Partizipation in Lernzusammenhängen und –situationen? Wie kann der exklusive Zugang zu Bildung, die Hierarchisierung von Kulturvermittlung und Wissen unterlaufen werden?

Das 1992 gegründete Rotterdamer Wijktheater (RWT) ist ein ermutigendes Beispiel in einem Klima ökonomischer Krisen. Als attraktives, konfrontatives Theater verarbeitet es und greift die individuellen Erfahrungen und Belange von Menschen verschiedener Herkünfte auf. In Holland ist es fester Bestandteil der Theaterlandschaft und erfährt mit bis zu 5000 Zuschauern pro Jahr große gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung. Ähnlich etabliert ist ACTA in Bristol, die ihre Arbeit als Plattform für marginalisierte Minderheiten und Gruppen verstehen, denen der herkömmliche Zugang zum konventionellen bürgerlichen Theater erschwert ist. So schrieben und inszenierten die ACTA-Künstlerteams mit ägyptischen Dockarbeitern oder somalischen Frauen zeitgenössische Stücke, die deren Belange thematisieren.

Community/Bürger-Theater steht im Spannungsfeld zwischen Hochkultur, Avantgarde-Theater und dem Gemeinplatz als offenem, noch nicht festgelegten Ort der Interkultur, wo politische, experimentelle und sinnliche Erzählformen erprobt werden können.

Zwei links zu Filmen über das Zwischenstation-Projekt
https://vimeo.com/43176497 (ein 14-minütiger trailer hergestellt von Teodora und Aline)
https://vimeo.com/actacommunitytheatre (eine 26-minütige Dokumentation über das Festival in Bristol)

Zwischen Deutungen / InBetweenMeanings
https://vimeo.com/134935828
"Expedition Metropolis Theater Berlin goes to Grodzki Theater, Bielsko-Biała. Secondment project of COAST 8.-12. October 2012"